Aktuelles

The Colorfield Performance CH 18, 10 –11.8.18
Europäische Kulturhauptstadt 2018 Leeuwarden, Holland

Kunstkreis Laudenbach 23.9. – 26.11.18
Vom Suchen und Finden…
Janos Wittmann
Skulptur I Cornelia Komor Malerei
Vernissage
23.9.2018, 11 Uhr
Rathaus-Galerie Laudenbach, 69514 Laudenbach, Untere Straße 2

2019

galerie m beck I Homburg/Saar
08.02. – 05.03.2019

Matthaisemarkt Ausstellung I Schriesheim
08.03. – 17.03.2019

galerie kunst@work I Mannheim
22.03. – 08.05.2019

Praxiszentrum am Rosengarten I Mannheim
17.05. – 13.09.2019

Gleis 7 I Worms
Herbst 2019

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Rückblick

Galerie d’Art Maggy Stein, Bettembourg, Luxemburg  23.9. – 15.10.17
Gemeinschaftsausstellung mehrerer Künstler, Vernissage 23.09., 17 Uhr

 

Kulturtreff Alter Bahnhof, Neulussheim, 2017

Mit jedem Bild eintauchen in eigene Gedankenketten

24. April 2017 Autor: Matthias H. Werner (mhw)

NEULUSSHEIM. Anfang des 20. Jahrhunderts brachen einige Künstler

mit den Grundprinzipien, die in der abendländischen Malerei bis dahin

gewachsen waren: Sie entfernten sich so weit von der Gegenständlichkeit,

dass der Bezug zu realen Objekten, der vorher als Dreh- und Angelpunkt

alles künstlerischen Schaffens gedient hatte, vollständig aufgelöst war.

Das breite Publikum, aber auch ein Teil der ernsthaften Kritik,

reagierte zunächst mit großem Unverständnis und

sprach den abstrakten Künstlern neben dem handwerklichen Können

auch jegliche künstlerische Begabung ab.

Inzwischen hat sich die Kunstströmung als ein Beispiel für

objektgewordene Ausdrucksmöglichkeit etabliert, wenngleich sie sich

nach wie vor immer einer gewissen Polemik erwehren muss, die im

lapidaren Satz gipfelt: „Das könnte ich auch“.

„Eben nicht“, ist man geneigt zu entgegnen, nachdem man das Werk der

in Stuttgart geborenen Künstlerin Cornelia Komor rezipiert hat. Am

Wochenende stellte die smarte Frau, die in Ladenburg ein Atelier betreibt,

ihre Bilder im Alten Bahnhof aus.

Bereits die gut besuchte Vernissage am Freitagabend (musikalische

Umrahmung: Jörg Christoph Beyerlin, Klavier) machte die Polarisierung

deutlich, die abstrakte Kunst nach wie vor auslöst.

Farben erleichtern den Zugang

Der „Kunstpapst“ der Gemeinde, Wolfgang Treiber, hat durchaus Mut

gezeigt, diesem Genre in seinem Haus Platz zu bieten, er hat aber vor

allem einmal mehr eine gute Hand bei der Auswahl bewiesen – Komor

stellte sowohl wertvolle als auch den Laien begeisternde Bilder aus, die

den Zugang durch eine extreme Betonung von ansprechenden, lebhaften

Farben und den Einsatz vergleichsweise einfacher Kompositionselemente erleichtern.

Das allerdings nur auf den ersten Blick. Ihre oft langwierigen

Schaffensprozesse erfordern nicht selten den angestrengten Blick in die

Tiefe, aus der sich ein zuvor angefangenes und später übermaltes Bild

mit leisem Flüstern heraushebt. Sie verlangen trotz der unbändigen Kraft,

die aus den Bildern – die meisten davon in kräftigem Rot oder markantem

Grün gehalten – herauszubrodeln scheint, Momente der Ruhe und der

Selbstbesinnung, um einen Blick in diese Tiefe zu erhaschen.

Dass dabei jeder Betrachter von anderen Assoziationen geleitet werden

mag, die ihre Gemeinsamkeit aber doch in der Macht des Esprits, der aus

den Bildern spricht, finden, ist ein Teil des Geheimnisses der in Augsburg

ausgebildeten Künstlerin, die in ihrem zweiten Leben als

Werbedesignerin arbeitet.

Bild als sinnlicher Erfahrungsquell

Exemplarisch sei das Bild „Hoffnung“ genannt, in dem ein rot dominierter

Farbraum nach oben horizontal abgetrennt wird, um Sphären

aufeinandertreffen zu lassen, nur angedeutet abgegrenzt durch lebhafte,

hingeworfene Linien. Ein jeder davon durch Farbtropfen und hart

geschnittene, gespachtelte Strukturen belebt und durchwoben – ein

sinnlicher Erfahrungsquell und ein optischer Dauerbrenner.

Jedes Bild Cornelia Komors ist eine Einladung, einzutauchen und zu

entdecken, sich in ganz subjektiven Gedankenketten einzufinden in die

Bilder, die sich letztlich schnell als Ausdruck der Seele der Künstlerin

offenbaren.

Was es dazu braucht, sind Offenheit, die Bereitschaft, sich nicht zu

Was es dazu braucht, sind Offenheit, die Bereitschaft, sich nicht zu

neuen Gegenständlichkeiten verleiten zu lassen und die unbedingte

Hingabe, nichts im Bild zu „sehen“, sondern alles darin zu „erfahren“.

© Schwetzinger Zeitung, Montag, 24.04.2017

 

 

 

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